Letzte Aktualisierung: 17. August 2026
Diese Seite erläutert, welche Formel jedes Berechnungsmodul der NetZero E.S.-Plattform verwendet und auf welchen wissenschaftlichen/offiziellen Quellen die verwendeten Koeffizienten beruhen.
Inhaltsverzeichnis
1. Persönliche & Haushaltsemissionen 2. Wasser & Kreislaufwirtschaft 3. Scope 1 & 2 4. Scope 3 & Import 5. Marine & Biogene Emissionen 6. CBAM, PCF & Risiko 7. Forschungs-Toolkit 8. Quellen (Bibliografie)→ Detaillierter Leitfaden: Was ist ein CO2-Fußabdruck? Wie wird er berechnet?
Der monatliche persönliche CO2-Fußabdruck wird für jeden Verbrauchsposten nach der Formel Menge × Emissionsfaktor berechnet, wobei alle Posten addiert werden. Verkehr, Flüge, Strom, Heizung, Wasser, Ernährung, Gerätenutzung und Abfall werden jeweils separat mit ihrem eigenen Koeffizienten berechnet und in der Aufschlüsselungsliste angezeigt.
Fahrzeugemissionen basieren auf einer Matrix Fahrzeugklasse × Kraftstoffart: Jede Fahrzeugklasse (Kleinwagen, Kompakt-/Mittelklasse, SUV/4x4, Motorrad usw.) hat je nach Kraftstoffart einen unterschiedlichen Koeffizienten. Ein Kompakt-/Mittelklassewagen mit Benzinmotor stößt beispielsweise 0,192 kg CO2e/km aus, während ein schwererer SUV/4x4 mit höherem Luftwiderstand einen Wert von 0,235 kg CO2e/km aufweist — bei Elektrofahrzeugen wird ein deutlich niedrigerer Wert auf Basis des türkischen Netzstromkoeffizienten verwendet. Die vollständige Liste aller Kombinationen aus Fahrzeugklasse und Kraftstoffart ist in den Auswahlfeldern „Fahrzeugklasse" und „Kraftstoffart" des Rechners einsehbar.
Heizung, Strom, Wasser und Abfall werden nach derselben Logik berechnet: Die eingegebene Menge (m³, kWh, kg, Liter) wird mit dem Koeffizienten der jeweiligen Kraftstoff-/Ressourcenart multipliziert. Erdgasheizung verwendet beispielsweise einen Koeffizienten von 2,02 kg CO2e/m³, Flüssiggasheizung 2,983 kg CO2e/kg; der Verbrauch von Leitungswasser wird einschließlich Aufbereitungs- und Pumpenergie mit 0,344 kg CO2e/m³ berechnet. Der türkische Netzstromkoeffizient (0,442 kg CO2e/kWh) spiegelt den Durchschnitt des landesweiten Strommixes (Erdgas, Kohle, Wasserkraft und erneuerbare Energien) wider.
| Fahrzeugklasse | Benzin | Diesel | LPG | Hybrid | Elektrisch |
|---|---|---|---|---|---|
| Kleinwagen | 0,148 | 0,135 | 0,128 | 0,089 | 0,041 |
| Kompakt- / Mittelklasse | 0,192 | 0,171 | 0,166 | 0,109 | 0,053 |
| SUV / 4x4 | 0,235 | 0,203 | 0,203 | 0,148 | 0,072 |
| Pickup / Leicht-Lkw | 0,258 | 0,223 | 0,223 | — | 0,098 |
| Nutzfahrzeug / Kastenwagen | 0,248 | 0,214 | 0,214 | — | 0,095 |
| Kleinbus / Van | 0,240 | 0,208 | 0,208 | — | 0,088 |
| Moped / E-Scooter (≤50ccm) | 0,048 | — | — | — | 0,015 |
| Motorrad (≤250ccm) | 0,075 | — | — | — | 0,025 |
| Motorrad (>250ccm) | 0,133 | — | — | — | 0,045 |
| Posten | Koeffizient | Einheit |
|---|---|---|
| Energie | ||
| Strom (türkisches Netz) | 0,442 | kg CO2e / kWh |
| Erdgas | 2,02 | kg CO2e / m³ |
| Flüssiggas-Flasche | 2,983 | kg CO2e / kg |
| Kohle | 2,42 | kg CO2e / kg |
| Heizöl | 3,15 | kg CO2e / Liter |
| Wasser | ||
| Leitungswasser (inkl. Aufbereitung + Pumpen) | 0,344 | kg CO2e / m³ |
| Erwärmtes Wasser (zusätzliche Heizenergie) | 0,298 | kg CO2e / Liter |
| Abfall | ||
| Deponie | 0,45 | kg CO2e / kg |
| Recycling | 0,021 | kg CO2e / kg |
| Kompost | 0,01 | kg CO2e / kg |
| Organischer Abfall Deponie (anaerob/Methan) | 0,52 | kg CO2e / kg |
| Ernährung | ||
| Rotes Fleisch | 6,61 | kg CO2e / Portion (~150g) |
| Weißes Fleisch | 1,85 | kg CO2e / Portion |
| Milch / Milchprodukte | 1,30 | kg CO2e / Liter |
| Pflanzliches Protein | 0,45 | kg CO2e / Portion |
| Gerätenutzung | ||
| Desktop-Computer | 0,088 | kg CO2e / Stunde |
| Laptop | 0,022 | kg CO2e / Stunde |
| Zweiter Monitor (Zusatzverbrauch) | 0,031 | kg CO2e / Stunde |
Methodikhinweis: Die Matrix aus Fahrzeugklasse × Kraftstoffart wurde anstelle eines einzigen „Durchschnittsauto"-Koeffizienten gewählt, da Fahrzeuggewicht und Luftwiderstand den Kraftstoffverbrauch (und damit die Emissionen) erheblich beeinflussen — der Unterschied zwischen einem SUV/4x4 und einem Kleinwagen kann bis zu 59 % betragen (0,148 → 0,235 kg CO2e/km, Benzin). Die Koeffizienten wurden aus Verhältnissen abgeleitet, die den DEFRA-Durchschnittswerten für Fahrzeugsegmente nahekommen; der tatsächliche Verbrauch eines realen Fahrzeugs (Alter, Wartungszustand, Fahrstil) kann von diesen Durchschnittswerten abweichen.
Beispiel: Für einen Benzin-SUV/4x4, der wöchentlich 150 km gefahren wird, beträgt die monatliche Verkehrsemission = 150 km × 0,235 kg CO2e/km × 4,33 (Umrechnung wöchentlich→monatlich) = 152,6 kg CO2e/Monat
Quelle: DEFRA (UK Department for Environment, Food & Rural Affairs), Emissionsfaktoren 2025/2026.
→ Detaillierter Leitfaden: Was ist ein Wasser-Fußabdruck? Wie wird er berechnet?
→ Detaillierter Leitfaden: Was ist der Kreislaufwirtschafts-Score? Wie wird er berechnet?
Der Wasser-Fußabdruck gliedert sich in drei separate Komponenten: Blaues Wasser (direkt entnommene Wassermengen wie Leitungs-/Prozesswasserverbrauch und industrielles Kühlwasser), Grünes Wasser (niederschlagsbedingte Wassernutzung wie Regenwassernutzung und Landschaftsbewässerung) und Graues Wasser (das theoretische Volumen an Frischwasser, das erforderlich wäre, um die Schadstofffracht des eingeleiteten Abwassers — gemessen in BSB/CSB — auf die gesetzlichen Einleitgrenzwerte zu verdünnen).
Das reine Wasservolumen allein spiegelt nicht die tatsächliche Umweltauswirkung wider: Dieselbe Wassermenge hat je nach Entnahme in einer wasserreichen oder einer wasserarmen Region eine sehr unterschiedliche Wirkung. Aus diesem Grund berechnet die Plattform einen wasserstressgewichteten Fußabdruck: Das rohe Wasservolumen wird mit einem Multiplikator gewichtet, der auf dem Wasserstressniveau der Region basiert, in der sich die Anlage befindet (z. B. beträgt der Multiplikator in der Schwarzmeerregion 1,0, während er in der wasserarmen Region Südostanatolien/GAP auf 4,0 ansteigt). Die Methodik basiert auf dem Wasser-Fußabdruck-Standard ISO 14046 und dem WRI-Aqueduct-Wasserrisikoatlas.
Der Kreislaufwirtschaftswert ist ein einfaches Bewertungssystem, das auf konkreten Ja/Nein-Kriterien basiert, etwa ob das Unternehmen ein formelles Abfallreduzierungsprogramm durchführt und ob es seine Lieferanten nach Kreislaufprinzipien bewertet; jedes erfüllte Kriterium trägt zur Punktzahl bei.
| Posten | Koeffizient | Einheit |
|---|---|---|
| Blaues Wasser | ||
| Leitungs-/Prozesswasser | 1,0 | Liter / Einheit |
| Industrielles Kühlwasser | 1,8 | Liter / erzeugte kWh |
| Verdunstung im Kühlturm | 1,0 | Liter / Liter |
| Grünes Wasser | ||
| Durchschnittliche Landschaftsbewässerung | 620 | Liter / m² / Jahr |
| Effizienz der Regenwassernutzung | 0,75 | Verhältnis (sammelbarer Anteil) |
| Graues Wasser | ||
| BSB-Verdünnungsverhältnis | 0,02 | m³ Wasser / kg BSB |
| CSB-Verdünnungsverhältnis | 0,015 | m³ Wasser / kg CSB |
| Gesetzlicher BSB-Einleitgrenzwert | 50 | mg/L |
| Gesetzlicher CSB-Einleitgrenzwert | 250 | mg/L |
| Personalwasser | ||
| Pro Kopf und Tag (Trinken + Hygiene) | 80 | Liter / Person / Tag |
| Region | Wasserstressniveau | Multiplikator |
|---|---|---|
| Schwarzmeerregion, Osten der Schwarzmeerregion | Niedrig (Wasserüberfluss) | 1,0 |
| Marmara, Ägäis, Mittelmeer | Mittel | 1,5 |
| Zentralanatolien, Ostanatolien | Hoch | 2,5 |
| Südostanatolien (GAP) | Extrem hoch | 4,0 |
Methodikhinweis: ISO 14046 unterteilt den Wasser-Fußabdruck bewusst in drei Farben statt in ein einziges Volumen, da derselbe Liter Wasser je nach Quelle (Leitungs-/Prozesswasser vs. Regenwasser) oder Wirkungsweise (direkter Verbrauch vs. Schadstofffracht) sehr unterschiedliche Umweltkosten verursacht. Der WRI-Aqueduct-Wasserrisikoatlas bildet die wissenschaftliche Grundlage für die regionalen Multiplikatoren — dieselbe Wassermenge hat bei Entnahme in einer wasserarmen Region deutlich höhere gesellschaftliche/ ökologische Kosten, weshalb das reine Volumen allein ein irreführender Indikator sein kann.
Beispiel: Für eine Anlage in der GAP-Region, die monatlich 50 m³ Leitungswasser verbraucht, beträgt der wasserstressgewichtete Fußabdruck = 50 m³ × 1,0 (Koeffizient blaues Wasser) × 4,0 (Multiplikator GAP-Region) = 200 gewichtete Wasser-Fußabdruck-Einheiten/Monat — bei gleichem Verbrauch in der Schwarzmeerregion läge der Multiplikator bei 1,0, sodass das Ergebnis nur 50 Einheiten betragen würde.
Quelle: ISO 14046, WRI (World Resources Institute) Aqueduct-Wasserrisikoatlas.
→ Detaillierter Leitfaden: Was ist GWP-100? Warum werden Treibhausgase unterschiedlich gewichtet?
Gemäß dem GHG-Protocol-Unternehmensstandard umfasst Scope 1 Emissionen aus Quellen, die das Unternehmen direkt kontrolliert: Brennstoffverbrennung in stationären Anlagen (Kessel, Generatoren), Kraftstoffverbrauch der Unternehmensflotte (mobile Verbrennung) sowie Leckagen von Kälte-/Klimagasen (flüchtige Emissionen). Scope 2 umfasst indirekte Emissionen aus zugekauftem Strom, Dampf, Warmwasser und Kälteenergie.
Flüchtige Kältemittelleckagen werden nicht direkt in kg berechnet, sondern anhand des GWP-100-Multiplikators (100-jähriges Treibhauspotenzial, IPCC AR6 — Sechster Sachstandsbericht) jedes Gases in CO2-Äquivalent umgerechnet. Da der GWP-100-Wert von SF6 beispielsweise 23.500 beträgt, entspricht eine Leckage von 1 kg SF6 23.500 kg CO2e — dies erklärt, warum Kältemittelleckagen selbst in relativ geringen Mengen eine große Emissionswirkung haben können.
Für Prozessemissionen der Schwerindustrie wie Zement und Eisen/Stahl (CO2, das nicht durch Brennstoffverbrennung, sondern durch chemische Reaktionen wie Kalzinierung/Reduktion entsteht) werden die Tier-1-Standardkoeffizienten aus dem IPCC-2006-Leitfaden für nationale Treibhausgasinventare, Band 3 (IPPU), verwendet (z. B. Zementklinkerproduktion: 510 kg CO2e/t).
Netzstromkoeffizienten unterscheiden sich stark von Land zu Land, da der Strommix jedes Landes unterschiedlich ist: Während er in der Türkei 0,442 kg CO2e/kWh beträgt, liegt dieser Wert in Frankreich mit seinem sehr hohen Kernenergieanteil bei nur 0,056 kg CO2e/kWh. Für Unternehmen mit internationaler Geschäftstätigkeit wendet die Plattform automatisch den korrekten Koeffizienten anhand des ausgewählten Landes an.
| Posten | Koeffizient | Einheit |
|---|---|---|
| Stationäre Verbrennung | ||
| Erdgas | 2,02 | kg CO2e / m³ |
| Kohle | 2,42 | kg CO2e / kg |
| Flüssiggas | 2,983 | kg CO2e / kg |
| Diesel (Heizung) | 2,68 | kg CO2e / Liter |
| Heizöl | 3,15 | kg CO2e / Liter |
| Biomasse (netto, ohne biogenes CO2) | 0,39 | kg CO2e / kg |
| Mobile Verbrennung (Flotte) | ||
| Benzin | 2,31 | kg CO2e / Liter |
| Diesel | 2,68 | kg CO2e / Liter |
| Flüssiggas | 1,51 | kg CO2e / Liter |
| Elektrofahrzeug | 0,442 | kg CO2e / kWh |
| Hybrid | 1,62 | kg CO2e / Liter |
| Schwerlastfahrzeug (Lkw) Diesel | 2,71 | kg CO2e / Liter |
| Gabelstapler Flüssiggas | 1,51 | kg CO2e / Liter |
| Straßengüterverkehr | 0,096 | kg CO2e / t·km |
| Gas | GWP-100 | Häufiger Einsatzbereich |
|---|---|---|
| SF6 | 23.500 | Leistungsschalter / Isoliergas für Transformatoren |
| HFC-23 | 14.800 | Kryogenik / Halbleiterprozess |
| NF3 | 16.100 | Halbleiter-/Panelherstellung |
| HFC-507A | 3.985 | Gewerbliche Kühlung (Supermarkt) |
| HFC-404A | 3.922 | Gewerbliche/industrielle Kühlung |
| HFC-410A | 2.088 | Klimaanlagen |
| HFC-134a | 1.430 | Automobil-/allgemeine Klimatisierung |
| HFC-449A | 1.397 | R-404A/R-507A-Übergangsgas |
| R-22 | 1.810 | Ältere Klimaanlagensysteme |
| HFC-407C | 1.774 | Gewerbliche/industrielle Kühlmischung |
| HFC-32 (R-32) | 675 | Moderne Split-Klimageräte |
| HFO-1234ze | 7 | Chiller / gewerbliche Kühlung (niedriges GWP) |
| HFO-1234yf (R-1234yf) | 4 | Auto-Klimaanlage (EU-MAC-Richtlinie) |
| Propan (R-290) | 3 | Natürliches Kältemittel, gewerbliche Kühlung |
| Isobutan (R-600a) | 3 | Natürliches Kältemittel, Haushaltskühlschränke |
| CO2 (R-744) | 1 | Natürliches Kältemittel, transkritische Systeme |
| Ammoniak (R-717) | 0 | Natürliches Kältemittel (vernachlässigbares GWP) |
| Sektor | kg CO2e / t Produktion |
|---|---|
| Adipinsäure (N2O, Nylon-Zwischenprodukt) | 68.000 |
| Magnesium (Gießschutzgas) | 12.000 |
| Eisen & Stahl (Hochofen, BF-BOF) | 1.500 |
| Ammoniak (Dampfreformierung) | 1.650 |
| Salpetersäure (N2O) | 1.900 |
| Aluminium (primär, Anodenverbrauch) | 1.600 |
| Calciumcarbid | 1.090 |
| Ferrolegierung (FeSi/FeMn/SiMn Durchschn.) | 2.500 |
| Ruß (Furnace Black) | 2.800 |
| Kalk (hoher Calciumgehalt) | 750 |
| Titandioxid | 750 |
| Zementklinker (Kalzinierung) | 510 |
| Soda (Trona-Verfahren) | 500 |
| Glas (Kalk-Natron-Glas) | 200 |
| Eisen & Stahl (Elektrolichtbogenofen, EAF) | 90 |
| Land | kg CO2e / kWh |
|---|---|
| Polen (kohlelastiges Netz) | 0,653 |
| China | 0,581 |
| Vereinigte Staaten | 0,386 |
| Türkei | 0,442 |
| Deutschland | 0,366 |
| Niederlande | 0,328 |
| Italien | 0,233 |
| EU-Durchschnitt | 0,231 |
| Vereinigtes Königreich | 0,207 |
| Spanien | 0,171 |
| Frankreich (hoher Kernenergieanteil) | 0,056 |
Methodikhinweis: GWP-100 (100-jähriges Treibhauspotenzial) ist der Multiplikatorsatz, der im IPCC AR6 und im offiziellen nationalen Treibhausgas-Berichterstattungsstandard der UNFCCC verwendet wird. Die Alternative GWP-20 (20-jährig) ergibt für kurzlebige, aber potente Gase wie Methan einen deutlich höheren Multiplikator (GWP-20 ≈ 80 für Methan gegenüber GWP-100 = 28) — GWP-100 wird bevorzugt, da es die langfristige Klimawirkung widerspiegelt und die Vergleichbarkeit zwischen internationalen Berichten wahrt. Die Prozessemissionskoeffizienten sind die Tier-1-Standardwerte (global) aus dem IPCC-2006-Leitfaden, Band 3; die gemessene (Tier-2/3-)Emissionsintensität einer realen Anlage kann je nach Rohstoffqualität und eingesetzter Prozesstechnologie von diesen Werten abweichen.
Beispiel: Eine Leckage von 2 kg R-410A (HFC-410a) aus einem Kühlsystem = 2 kg × 2.088 (GWP-100) = 4.176 kg CO2e — dies entspricht etwa dem 31-Fachen des monatlichen Stromverbrauchs derselben Anlage von 300 kWh (300 × 0,442 = 132,6 kg CO2e).
Quelle: GHG-Protocol-Unternehmensstandard, IPCC AR6 (GWP-100), IPCC-2006-Leitfaden Band 3 (IPPU).
Der technische GHG-Protocol-Leitfaden zu Scope 3 unterteilt die indirekten Emissionen eines Unternehmens entlang seiner Wertschöpfungskette (Lieferanten, Kunden, Mitarbeiter) in 15 Kategorien — von eingekauften Waren und Dienstleistungen bis zu Geschäftsreisen, von der Nutzung verkaufter Produkte bis zu Investitionen. Die Plattform unterstützt alle 15 Kategorien; die vollständige Liste ist in der Scope-3-Kategorieauswahl des Rechners einsehbar.
Jede Kategorie wird nach einer von zwei Methoden berechnet. Die ausgabenbasierte Methode wird verwendet, wenn die physische Menge nicht bekannt ist: Der ausgegebene Betrag (₺ Mio.) wird mit einem sektorweiten Durchschnittskoeffizienten multipliziert (z. B. verwendet die Kategorie „Eingekaufte Waren und Dienstleistungen" einen Koeffizienten von 42,6 t CO2e/Mio. ₺ Ausgaben). Die mengenbasierte Methode beruht auf der direkten Multiplikation einer physischen Menge (kg, t·km, kWh, m², Übernachtung) mit einem Emissionskoeffizienten.
Einige Kategorien werden automatisch aus anderen Eingaben abgeleitet: Die Kategorie „Brennstoff- und energiebezogene Aktivitäten" wird beispielsweise auf Basis des bereits unter Scope 2 eingegebenen Stromverbrauchs (kWh) berechnet — diese Kategorie deckt die zusätzlichen Emissionen von Strom AUSSERHALB des Verbrennungs-/Erzeugungsmoments ab (Förderung, Aufbereitung, Übertragungs-/Verteilungsverluste — „Well-to-Tank"), weshalb keine separate Dateneingabe erforderlich ist.
| # | Kategorie | Methode | Einheit | Koeffizient |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Eingekaufte Waren und Dienstleistungen | Ausgabenbasiert | ₺ Mio. | 42,6 t CO2e/Mio. ₺ |
| 2 | Investitionsgüter | Ausgabenbasiert | ₺ Mio. | 38,1 t CO2e/Mio. ₺ |
| 3 | Brennstoff- und energiebezogene Aktivitäten (außerhalb Scope 1-2) | Mengenbasiert (automatisch) | kWh Scope-2-Verbrauch | 0,052 kg CO2e/kWh |
| 4 | Vorgelagerter Transport und Vertrieb | Mengenbasiert | t·km | 0,096 kg CO2e |
| 5 | Im Betrieb entstandener Abfall | Mengenbasiert | kg Abfall | 0,45 kg CO2e |
| 6 | Geschäftsreisen | Mengenbasiert | km (Flug) / Nacht (Unterkunft) | 0,246 kg CO2e |
| 7 | Arbeitsweg der Mitarbeiter | Mengenbasiert | km / Mitarbeiter / Tag | 0,171 kg CO2e |
| 8 | Vorgelagert geleaste Vermögenswerte | Mengenbasiert | m² / Jahr | 38,0 kg CO2e |
| 9 | Nachgelagerter Transport und Vertrieb | Mengenbasiert | t·km | 0,106 kg CO2e |
| 10 | Verarbeitung verkaufter Produkte | Mengenbasiert | kg Zwischenprodukt | 0,62 kg CO2e |
| 11 | Nutzung verkaufter Produkte | Mengenbasiert | kWh (Produktlebensdauer) | 0,442 kg CO2e |
| 12 | Entsorgung verkaufter Produkte am Lebensende | Mengenbasiert | kg Produkt | 0,38 kg CO2e |
| 13 | Nachgelagert geleaste Vermögenswerte | Mengenbasiert | m² / Jahr | 38,0 kg CO2e |
| 14 | Franchises | Ausgabenbasiert | ₺ Mio. Umsatz | 29,4 t CO2e/Mio. ₺ |
| 15 | Investitionen | Ausgabenbasiert | ₺ Mio. Investitionsanteil | 51,3 t CO2e/Mio. ₺ |
Methodikhinweis: Die ausgabenbasierte Methode beruht auf einer umweltseitig erweiterten Input-Output-Modellierung (EEIO): Die durchschnittliche Kohlenstoffintensität eines Sektors wird auf jeden in diesem Sektor ausgegebenen ₺ umgelegt. Bei fehlenden physischen Daten (welcher Rohstoff in welcher Menge eingekauft wurde) liefert diese Methode eine schnelle OBERGRENZEN-Schätzung, ist jedoch weniger präzise als eine tatsächliche physische Messung — das GHG Protocol definiert dies als akzeptable „Tier-1"-Ausgangsmethode und ermutigt Unternehmen, im Laufe der Zeit zur mengenbasierten Methode überzugehen.
Beispiel: Für ein Unternehmen, das Rohstoffe/Dienstleistungen im Wert von ₺5 Mio. einkauft, beträgt die Schätzung für Kategorie 1 = 5 Mio. ₺ × 42,6 t CO2e/Mio. ₺ = 213 t CO2e — dies ist ein Obergrenzen-Ansatz, der verwendet wird, bis das physische Inventar des Unternehmens (welcher Rohstoff in welcher Menge eingekauft wurde) vorliegt und Kategorie 1 direkt berechnet werden kann.
Quelle: Technischer GHG-Protocol-Leitfaden zu Scope 3 (15 Kategorien).
→ Detaillierter Leitfaden: Was ist Blue Carbon? Wie werden Meeresökosysteme berechnet?
Die Koeffizienten für Forschungsschiffe und Feldeinsätze (Schiffsdiesel, Generatoren, Unterwasserausrüstung, Hafenbetrieb) basieren auf verbrennungsbasierten Kraftstoffkoeffizienten und dem türkischen Netzstromkoeffizienten.
Blue Carbon bezeichnet die Kohlenstoffbindungswirkung von Küstenökosystemen wie Mangrovenwäldern, Seegraswiesen und Salzmarschen — diese Ökosysteme können pro Hektar 3- bis 5-mal mehr Kohlenstoff binden als Landwälder. Negative Werte auf der Plattform (z. B. ein geschütztes Mangrovengebiet: -11,0 t CO2e/Hektar/Jahr) stellen eine Netto-Kohlenstoffsenke dar; positive Werte stehen für die Freisetzung des gespeicherten Kohlenstoffs in die Atmosphäre, wenn diese Ökosysteme zerstört werden.
Die biogene Kohlenstoffbilanzierung wird auf der Plattform als SEPARATER Posten erfasst: Gemäß dem GHG Protocol wird das bei der Verbrennung nicht-fossiler (pflanzlicher/ holzbasierter) Biomasse freigesetzte CO2 NICHT in die Scope-1-2-3-Summen einbezogen, da dieser Kohlenstoff bereits während des Wachstumsprozesses der Pflanze der Atmosphäre entnommen wurde und als Nettokreislauf gilt; er wird daher separat ausgewiesen.
| Posten | Koeffizient | Einheit |
|---|---|---|
| Schiffsdiesel (Hauptmotor) | 2,68 | kg CO2e / Liter |
| Generatordiesel | 2,70 | kg CO2e / Liter |
| Unterwasserausrüstung (Kompressor/ROV/Sonar) | 0,442 | kg CO2e / kWh |
| Hafen-/Feldbetrieb | 18,4 | kg CO2e / Betriebsstunde |
| Sonar-/Messgeräte (Referenz) | 4,2 | kWh / Tag Durchschnitt |
| Ökosystem | Schutz (Bindung) | Verlust / Zerstörung |
|---|---|---|
| Mangrovenwälder | -11,0 t CO2e/ha/Jahr | +18,0 t CO2e/ha/Jahr |
| Seegraswiesen | -6,5 t CO2e/ha/Jahr | +11,0 t CO2e/ha/Jahr |
| Salzmarschen | -7,5 t CO2e/ha/Jahr | +13,0 t CO2e/ha/Jahr |
| Posten | Koeffizient | Einheit |
|---|---|---|
| Biomasseverbrennung (Holz-/Pflanzenreste) | 1,75 | kg CO2e / kg |
| Organische Kompostierung (flüchtiger Methan-/N2O-Anteil) | 0,02 | kg CO2e / kg |
Methodikhinweis: Negative Werte zeigen an, dass ein Ökosystem Kohlenstoff aus der Atmosphäre entzieht und dauerhaft SPEICHERT (Nettosenke); positive Werte zeigen an, dass bei Zerstörung dieses Ökosystems der gespeicherte Kohlenstoff (meist organisches Material unter Boden/Sediment) wieder in die Atmosphäre freigesetzt wird. Die Blue Carbon Initiative behandelt Küstenökosysteme als eigene Kategorie getrennt von Landwäldern, da diese Ökosysteme sowohl eine höhere Kohlenstoffdichte (3- bis 5-fach pro Hektar) als auch ein anderes Beständigkeitsprofil aufweisen (die anaerobe Sedimentumgebung ermöglicht es, dass Kohlenstoff jahrtausendelang vergraben bleibt). Der Grund, warum biogenes CO2 gemäß dem GHG Protocol NICHT in die Scope-Summen einbezogen wird, liegt darin, dass die Verbrennung nicht-fossiler Biomasse als NETTO-NULL-Kreislauf gilt — der freigesetzte Kohlenstoff wurde bereits während des Wachstumsprozesses der Pflanze der Atmosphäre entnommen.
Beispiel: 1 Hektar geschütztes Mangrovengebiet bindet jährlich -11,0 t CO2e; wird dieselbe Fläche zerstört (einschließlich Freisetzung des gespeicherten Kohlenstoffs), stößt sie +18,0 t CO2e aus — das heißt, der NETTOUNTERSCHIED zwischen dem Schutz und der Zerstörung eines Mangrovengebiets beträgt 29 t CO2e pro Jahr.
Quelle: IPCC-Feuchtgebiete-Ergänzung, Blue Carbon Initiative, GHG Protocol (Leitfaden zu biogenem CO2).
→ Detaillierter Leitfaden: Was ist CBAM? Ein Leitfaden zur CO2-Grenzsteuer für türkische Exporteure
CBAM (EU-Grenzausgleichsmechanismus für CO2), der mit der Verordnung (EU) 2023/956 der Europäischen Union in Kraft trat, ist ein Mechanismus, der die Meldung und CO2-Bepreisung der bei der Herstellung bestimmter, in die EU importierter Produkte (Eisen/Stahl, Zement, Aluminium, Düngemittel, Strom, Wasserstoff — insgesamt 6 Sektoren) entstehenden „grauen Emissionen" (t CO2e/t Produkt) vorschreibt.
Die Kosten für CBAM-Zertifikate sind an den wöchentlichen Referenz-CO2-Preis des EU-EHS (Emissionshandelssystem) gekoppelt; die Plattform verfolgt diesen Preis live (Quelle: CBAM-Guide-Preistracker, cbamguide.com). Die Auslaufquote der kostenlosen Zuteilung (ein schrittweiser Zeitplan, der 2026 bei 10 % beginnt und 2032 100 % erreicht) basiert auf dem offiziellen Übergangszeitplan der EU für CBAM — dieser Zeitplan wurde entwickelt, um Unternehmen eine schrittweise Anpassung an die Zertifikatskosten zu ermöglichen.
PCF (Product Carbon Footprint) berechnet die „Cradle-to-Gate"-Emissionen (von der Rohstoffgewinnung bis zum Werkstor) eines einzelnen Produkts; die verwendeten Rohstoff- und Verpackungskoeffizienten (z. B. Primäraluminium 8,24 kg CO2e/kg, recyceltes Plastik 1,42 kg CO2e/kg — etwa ein Drittel von Neuplastik) variieren je nach Materialart.
Der EU-Taxonomie-/TCFD-Risikoscore reduziert das Klimaübergangsrisiko eines Unternehmens auf eine einzige Zahl zwischen 0 und 100. Die Formel ist ein gewichteter Durchschnitt von vier Komponenten: Kohlenstoffintensität — t CO2e/Mio. ₺ Umsatz (40 % Gewichtung), Anteil erneuerbarer Energien (25 %), CBAM-Exposition — der Anteil des Umsatzes im CBAM-Anwendungsbereich (20 %) und das Vorhandensein eines wissenschaftsbasierten Reduktionsziels (15 %). Ein niedrigerer Score bedeutet ein geringeres Klimaübergangsrisiko.
| Produkt | t CO2e / t (Strom: /MWh) |
|---|---|
| Eisen - Stahl (KN 72, 7301-7311, 7318, 7326) | |
| Allgemein / Gemischt | 1,85 |
| Roheisen | 1,40 |
| Ferrolegierungen | 2,50 |
| Warmgewalzte Flacherzeugnisse | 1,90 |
| Kaltgewalzte Flacherzeugnisse | 2,05 |
| Beschichtete Flacherzeugnisse | 2,20 |
| Nahtlose Rohre | 2,30 |
| Geschweißte Rohre | 2,00 |
| Schrauben, Bolzen, Muttern | 2,10 |
| Draht und Drahtprodukte | 2,00 |
| Zement (KN 2523) | |
| Zementklinker | 0,87 |
| Portlandzement | 0,66 |
| Weißzement | 0,95 |
| Aluminium (KN 7601-7616) | |
| Unverarbeitetes Aluminium (Barren) | 11,50 |
| Aluminiumbleche und -bänder | 13,20 |
| Aluminiumfolie | 14,50 |
| Aluminiumdraht | 12,80 |
| Düngemittel (KN 2808, 2814, 2834, 3102, 3105) | |
| Misch-/Allgemeindünger | 2,10 |
| Ammoniak | 2,40 |
| Harnstoff | 1,80 |
| Ammoniumnitrat | 2,10 |
| NPK-Mischdünger | 1,50 |
| Salpetersäure (hoher N2O-Anteil) | 2,50 |
| Strom (KN 2716) | |
| Importierter Strom | 0,65 (pro MWh) |
| Wasserstoff (KN 2804) | |
| Grauer Wasserstoff | 9,2 |
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Schwellenwerte Kohlenstoffintensität (t CO2e / Mio. ₺ Umsatz) | |
| Niedriges Risiko („Taxonomiekonform") | ≤ 15 |
| Mittleres Risiko | ≤ 45 |
| Hohes Risiko („Hohes Übergangsrisiko") | > 90 |
| Gewichtung der Risikoscore-Komponenten (Summe 100 %) | |
| Kohlenstoffintensität | 40 % |
| Anteil erneuerbarer Energien | 25 % |
| CBAM-Exposition | 20 % |
| Vorhandensein eines Reduktionsziels | 15 % |
Methodikhinweis: Die Grenze der „grauen Emissionen" bei CBAM ist Cradle-to-Gate — sie umfasst alle direkten und indirekten Produktionsemissionen von der Rohstoffgewinnung bis zum Werkstor, deckt aber NICHT die Nutzungs-/Lebensendphase des Produkts ab (das ist Gegenstand des PCF). Der Zeitplan für den Auslauf der kostenlosen Zuteilung (2026: 10 % → 2032: 100 %) verläuft parallel zur allgemeinen Strategie des EU-EHS zum Auslaufen der kostenlosen Zuteilung — das Ziel ist es, EU-Herstellern eine schrittweise Anpassung an die Zertifikatskosten zu ermöglichen, während Importeure demselben Zeitplan unterliegen (Vermeidung von „Carbon Leakage"). Der Grund, warum der EU-Taxonomie-Risikoscore aus 4 Komponenten besteht, liegt darin, nicht nur die AKTUELLEN Emissionen, sondern auch die klimatische ÜBERGANGSFÄHIGKEIT des Unternehmens zu erfassen — von zwei Unternehmen mit derselben Kohlenstoffintensität trägt dasjenige mit einem konkreten Reduktionsziel ein geringeres Risiko.
Beispiel: Für ein Unternehmen, das 100 t Aluminiumfolie importiert, betragen die grauen CBAM-Emissionen = 100 t × 14,50 t CO2e/t = 1.450 t CO2e — bei einem EU-EHS-Referenzpreis von 72,5 €/t CO2e und einer Auslaufquote der kostenlosen Zuteilung von 10 % im Jahr 2026 betragen die Zertifikatskosten etwa 1.450 × 72,5 × 0,10 = 10.513 €.
Quelle: Europäische Kommission, Verordnung (EU) 2023/956 (CBAM), TCFD (Task Force on Climate-related Financial Disclosures).
Emissionen aus Landnutzungsänderungen können auf zwei Methodikebenen berechnet werden. Tier 1 liefert mit einem einzigen festen globalen Durchschnittskoeffizienten × Hektar eine schnelle, aber grobe Schätzung (z. B. Umwandlung von Wald in Ackerland: 15,2 t CO2e/Hektar/Jahr). Tier 2 liefert ein genaueres Ergebnis, indem Klima-/Bodentyp, Landnutzungsfaktor, Bewirtschaftungsfaktor und Eingabefaktor (Dünger/Kompost) bei der Veränderung des organischen Bodenkohlenstoffbestands (SOC) getrennt berücksichtigt werden:
ΔSOC (t CO2e/ha/Jahr) = [(SOCref × FLU × FMG × FI) − SOCref] × 3,667 / D
Dabei steht SOCref für den Referenz-Bodenkohlenstoffbestand, FLU/FMG/FI für die Landnutzungs-/Bewirtschaftungs-/Eingabe-Multiplikatoren, 3,667 für das CO2/C-Molekulargewichts -verhältnis (44/12) und D für den IPCC-Standardübergangszeitraum (20 Jahre). Dieser Tier-2-Ansatz ist zwar nicht so präzise wie ein vollständiger Tier-3-Ansatz mit Feldmessung, ist aber granularer als der Einzelkoeffizienten-Ansatz von Tier 1.
Äquivalenzberechnungen für CO2-Zertifikate wandeln die berechnete kgCO2e-Menge in konkrete Referenzen um: die durchschnittliche jährliche Kohlenstoffbindung eines ausgewachsenen Baumes (21,77 kg CO2e/Jahr) oder die Jahresproduktion einer 2,5-MW-Windkraftanlage. Der Preisunterschied zwischen den CO2-Zertifikatstypen (von VERRA-Aufforstung ~18,5 €/t bis Direct Air Capture/DAC ~185 €/t) spiegelt die Reife der Technologie und die Beständigkeit des Kohlenstoffs wider: technische Lösungen wie DAC sind deutlich beständiger, aber auch deutlich teurer.
| Parameter | Kategorie | Wert |
|---|---|---|
| SOCref — Referenzbestand (t C/ha, Tiefe 0-30 cm) | ||
| SOCref | Tropisch, mineralisch | 65 |
| SOCref | Tropisch, organisch | 44 |
| SOCref | Gemäßigt, mineralisch | 88 |
| SOCref | Gemäßigt, organisch | 50 |
| SOCref | Kalt, mineralisch | 106 |
| FLU — Landnutzungsfaktor | ||
| FLU | Ackerland (intensiv bearbeitet) | 0,69 |
| FLU | Ackerland (reduzierte Bodenbearbeitung) | 0,85 |
| FLU | Grünland/Weide (gut bewirtschaftet) | 1,00 |
| FLU | Grünland/Weide (degradiert) | 0,70 |
| FLU | Wald | 1,00 |
| FMG — Bewirtschaftungsfaktor | ||
| FMG | Volle Bodenbearbeitung | 1,00 |
| FMG | Reduzierte Bodenbearbeitung | 1,02 |
| FMG | Keine Bodenbearbeitung | 1,10 |
| FI — Eingabefaktor | ||
| FI | Niedriger Einsatz | 0,92 |
| FI | Mittlerer Einsatz | 1,00 |
| FI | Hoher Einsatz | 1,11 |
| FI | Hoher Einsatz (Bio) | 1,44 |
| D — Standardübergangszeitraum | ||
| D | IPCC-Standard | 20 Jahre |
| Klimazone | kg CH4 / ha / Jahr |
|---|---|
| Tropisch | 84 |
| Gemäßigt warm | 14 |
| Gemäßigt kalt | 3 |
Für die Umrechnung in kg CO2e wird ein GWP-100-Multiplikator von 28 (Methan) verwendet.
| Typ | € / t CO2e |
|---|---|
| VERRA (Aufforstung) | 18,5 |
| Gold Standard (Erneuerbare Energien) | 24,0 |
| CDM (Methaneinfangung) | 12,75 |
| DAC (Direct Air Capture) | 185,0 |
Zusätzliche Referenzwerte: Ein ausgewachsener Baum bindet durchschnittlich 21,77 kg CO2e pro Jahr; die Jahresproduktion einer 2,5-MW-Windkraftanlage beträgt 6.570.000 kWh.
Methodikhinweis: Die Tier-1/2/3-Hierarchie des IPCC besteht aus drei Ebenen steigender Präzision/steigenden Datenbedarfs: Tier 1 verwendet einen einzigen festen globalen Durchschnittskoeffizienten × Aktivitätsdaten (schnell, aber grob); Tier 2 bezieht länder-/regionsspezifische Parameter (Klima, Bodentyp, Bewirtschaftungspraxis) getrennt in das Modell ein; Tier 3 erfordert direkte Feldmessungen oder regionsspezifische dynamische Modellierung. Die Plattform bleibt bei Tier 2 stehen, da Tier 3 langfristige Feldüberwachungsausrüstung und Vor-Ort-Probenahmen erfordert — dies fällt eher in den Bereich akademischer/institutioneller Feldforschung als in eine individuelle Plattformberechnung. Jeder Parameter der SOC-Formel repräsentiert einen realen physischen/bewirtschaftungsbezogenen Unterschied: FLU erfasst, WOFÜR das Land genutzt wird, FMG erfasst, wie der Boden bearbeitet wird, und FI erfasst die Intensität des Dünger-/Kompost -eintrags — das Produkt aller drei ergibt eine deutlich genauere Schätzung als eine einzelne „Landnutzungs"-Bezeichnung.
Beispiel: Die SOC-Veränderung eines intensiv bearbeiteten Ackerlands mit mineralischem Boden in
gemäßigtem Klima (SOCref=88, FLU=0,69, FMG=1,00, FI=1,00, D=20) =
[(88 × 0,69 × 1,00 × 1,00) − 88] × 3,667 / 20 = [60,72 − 88] × 0,1834 ≈
-5,0 t CO2e/ha/Jahr (Bodenkohlenstoffverlust, d. h. eine Netto-Emissionsquelle).
Quelle: IPCC-2006-Leitfaden für nationale Treibhausgasinventare, Band 4 (AFOLU), IPCC-2013-Feuchtgebiete-Ergänzung, VERRA / Gold Standard / CDM.
Die Koeffizientendatenbank der Plattform wurde aus den folgenden wissenschaftlichen und offiziellen Quellen zusammengestellt:
Diese Werte sind technische Näherungswerte, die zusammengestellt wurden, um die Berechnungsmaschine der Plattform zu betreiben; für offizielle Prüf-/Meldeverfahren sollten sie anhand der aktuellen offiziellen DEFRA-/IPCC-/nationalen Treibhausgasinventar-Veröffentlichungen verifiziert werden.
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