17. August 2026 · ESG · 2 Min. Lesezeit
ESG-Berichterstattung war einst ein Thema, das nur große börsennotierte Unternehmen beschäftigte. Heute wird sie aufgrund von Lieferkettendruck und regulatorischen Veränderungen zunehmend auch für KMU unumgänglich. Dieser Leitfaden bietet einen praktischen Fahrplan für ein Unternehmen, das bei null mit der ESG-Berichterstattung beginnt.
E — Umwelt (Environmental): Umweltleistungsindikatoren wie CO2-Emissionen, Wasserverbrauch, Abfallmanagement und Auswirkungen auf die Biodiversität.
S — Soziales (Social): Arbeitnehmerrechte, Arbeitsschutz und -sicherheit, Vielfalt und Inklusion sowie Menschenrechtspraktiken in der Lieferkette.
G — Unternehmensführung (Governance): Vorstandsstruktur, Ethikrichtlinien, Transparenz und Korruptionsbekämpfung.
ESG-Berichterstattung ist die Praxis, die Leistung in diesen drei Bereichen mit messbaren, vergleichbaren Daten darzustellen — und der konkreteste, am leichtesten messbare Einstiegspunkt ist meist die „E"-Komponente (Umwelt), da Indikatoren wie CO2- und Wasser-Fußabdruck mit klaren Formeln berechnet werden können.
Lieferkettendruck: Große Unternehmen müssen von ihren Lieferanten Daten anfordern, um ihre eigene ESG-Berichterstattung (insbesondere Scope-3-Emissionen) abzuschließen. Ist ein KMU Teil der Lieferkette eines großen Kunden, kann dieser Kunde Emissions-/Wasser-/Abfalldaten vom KMU anfordern, um seinen eigenen ESG-Bericht fertigzustellen — Lieferanten, die diese Daten nicht bereitstellen können, riskieren einen Wettbewerbsnachteil.
Die indirekte Wirkung der EU-CSRD: Obwohl die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) direkt nur große Unternehmen erfasst, wird erwartet, dass diese Unternehmen auch von KMU in ihrer Wertschöpfungskette Daten anfordern — die Wirkung der CSRD „schwappt" also auch auf nicht direkt erfasste Unternehmen über.
Finanzierung und Investorenerwartungen: Banken und Investoren beziehen die ESG-Leistung zunehmend in Kredit-/Investitionsentscheidungen ein — ein starkes ESG-Profil kann den Zugang zu Finanzierung erleichtern.
1. Datenerhebung: Sammeln Sie den oben genannten Mindestdatensatz für die letzten 12 Monate — er lässt sich aus Rechnungen und Aufzeichnungen zusammenstellen.
2. Berechnung: Rechnen Sie die gesammelten Daten durch Multiplikation mit Emissions-/Wasserkoeffizienten in konkrete kg-CO2e- und Wasser-Fußabdruck-Zahlen um (siehe unseren CO2-Fußabdruck-Leitfaden und unseren Wasser-Fußabdruck -Leitfaden).
3. Berichterstattung: Dokumentieren Sie die Ergebnisse in einem klaren Format (z. B. einem ISO-14064-konformen Bericht) — dieser kann sowohl für interne Entscheidungen als auch zur Weitergabe an externe Stakeholder verwendet werden.
4. Verifizierung: Lassen Sie den Bericht nach Möglichkeit von einer dritten Partei verifizieren oder machen Sie ihn zumindest per QR-Code überprüfbar — dies erhöht die Glaubwürdigkeit des Berichts.
„ESG ist nur für große Unternehmen" — wie oben erläutert, widerlegt der Lieferketteneffekt dies zunehmend.
„ESG ist eine einmalige Aufgabe" — ESG-Berichterstattung ist ein wiederkehrender (meist jährlicher) Prozess; den ersten Bericht zu erstellen ist erst der Anfang.
„ESG muss ein teurer und komplexer Prozess sein" — mit den richtigen Werkzeugen (automatische Berechnung, fertige Koeffizientendatenbank) kann der erste ESG-Bericht weitaus schneller und genauer erstellt werden als eine manuelle Schätzung.
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